Archiv für den Monat: Oktober 2015

Gnarschen

DSC_0018Es gnarscht, gnarrtelt, gnierscht, gnuttert in meinem Kiefer – und das macht das Denken nicht eben leichter. Alles ruckelt – und das rechte Ohr ist taub. Pauke dicht, von der Kuppel bis zum Keller. Man kann also seine Ohren doch schließen. Tut nur weh. Anders als bei Kopfschmerzen: Es drückt. Es pressiert. Zwei Fäuste von rechts und links gegen meinen Kiefer, ich irgendwo (vielleicht, vielleicht) dazwischen.

Freie Nervenendigungen. Und die Totenstarre beginnt wohl auch am Kiefermuskel. Nun ja, das nun dann doch nicht. Aber da ich warte auf die Welt, die beharrlich schweigt, warte ich. Gnarschend und gnarrterlnd. Der erste Kiemenbogennerv ist auch beteiligt. Der ist alt, also der ganze Kram da unter meiner Haut, und stammt vom Fisch ab. Fischfischfisch. Dafür muß man den Mund nicht so weit öffnen. Also um das zu sagen. Fischfischfisch. Schschsch. Schißschißschiß. Die Wörter drumherum sind so schön. Schlundtaschen könnte ich damit füllen. Gefangen in meiner Kaumuskelschlinge reicht es heut‘ eben gerade noch für das hier. Wo ich sonst schreie oder laut lache, wisper ich gerade vorsichtig durch meine schmal gezogenen Lippen. Pfeife lieber mit den Ohren, als auf zwei Fingern. Ein Baustein zuviel in den letzten Wochen auf meinen Turm gestapelt, und alles ist zusammengekracht. Krabumm. Das allerdings kann ich nur denken, nicht sagen. Das geht nicht gesäuselt. Entspannen Sie sich! Entspannen Sie sich doch endlich! Krabumm.