Archiv für den Monat: April 2016

RE-MEINS

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Ich will es zurückhaben. Geht aber nicht. Denn ich habe ja die Zellen bezeichnet und das Ganze starten lassen. Taste gedrückt, oder Briefmarke drauf. Meine Kinderpost, die Stempel, die Farbe dann leer, die Marken verbraucht. Noch gleitet es, segelt rollend an mir vorbei. (Lebensspiel, verdammtes.) Aber vielleicht habe ich ja auch Kanonen erzeugt. Das wäre es. Denn: Zurückerobern will ich. Stattdessen muß ich mich, muß ich, muß ich mich mit einem Berglohn begnügen. Aber psst, einige Stück habe ich behalten. Die Schriftstücke selbst habe ich in die Hand genommen, aufgeschlagen. Draufgeschlagen, bis das metallene Band um ihr Herz aufsprang, Springteufel. Reconquer! Selbst Schuld, immerhin habe ich mich zuerst in einen Wurm verwandelt, um zu dichten. FIDE Regel 3.7.e: Umwandeln, sofort. Aber ich vergaß, daß ich die Metamorphose nicht beherrsche, ich kann ja nur umstülpen. (Kein so edler Vorgang, denn es tut weh und ist auch nicht sonderlich hübsch anzusehen.) Einmal danach durch die Zeilen gekämmt, mit einem Kamm. Der war voll von klebrigen Honig.

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Die Pause tut mir Leid, ich hatte nicht mehr genug Zucker (gib ihn, gib ihn schon her), benutzte Honig stattdessen und meine Finger, meine kleinen dicken Fingerchen blieben immer wieder an der Tastatur kleben. Daher beschloß ich, ihre Klebrigkeit zu nutzen. Ich bastelte. Eine Auswahl der so entstandenen Objekte sind in den nächsten Woche im Schaufenster des Ateliers Schweinfurt und Grün in der Bunsenstraße 10 in Altona zu sehen.

reynolds zahl