Bud Spencers Lachen

Du sagst: „Geh nicht weg!“ Ich frage: „Wieso, wieso bloß soll ich bleiben?“ Du sagst: „Weil ich sonst so alleine bin und mein Atem in meinen Ohren rauscht und mein Herzschlag sich über meinen Körper legt und ich mich wiege und meinen Kopf gegen die Wand lehne und meine Hand vor den Mund führe. Ich hauche dann in meine Hand und sage Deinen Namen, damit er wieder zurückgeworfen wird von ihrer gewölbten Fläche und mich triff wie mich Deine warme Hand immer getroffen hat, wenn Du mir gute Nacht gesagt hast und mir über die Haare gestrichen hast und die Tür offen gelassen hast, gegen die bösen Geister, die in den Ecken und in den dunklen Winkeln der Welt wohnen.“ Ich frage: „Soll ich Dir eine Geschichte erzählen, bevor ich gehe?“ Du sagst: „Eine Geschichte wie früher. Mit Raketen und Raumfahrern und Westernhelden, voller Drachen und Abenteuer. Voll von Welten, die besser waren als die, in denen Du gerade wohnst, und die Dir so klebrig und schwer sagen, daß Du in ihnen bleiben sollst. Früher hast Du mit ihnen jongliert, anstatt Dich von ihnen in die Knie zwingen zu lassen. Geh nicht weg!“ Ich sage: „Ich glaube, Darum weiß ich nicht mehr.“ Du sagst: „Vielleicht tut es weh, wenn man etwas Schönes sieht, weil man weiß, daß es gehen wird, daß es nicht bleibt, daß vielleicht Nichts bleibt. Aber solange Du bleibst, noch ein wenig, und nicht gehst und ausziehst aus den Welten, die wir teilen können, solange Du bleibst, ist es doch das Wehtun wert, oder?“ Ich sage: „Kitsch!“ Du sagst: „Früher hast Du Kitsch gesagt und dabei Deine Augenbrauen zusammengezogen zu einem dicken Balken und gelacht. So ein bißchen so, wie Bud Spencer lacht, wenn der Bösewicht ihm mit einem abgebrochenen Stuhlbein auf den Kopf schlägt. Natürlich passiert Bud Spencer nichts, denn er weiß um seine Kraft.“ Ich sage: „Ich bin müde manchmal.“ Du sagst: „Warum sitzt Du nicht alt und weiß und irgendwie rosig, denn so habe ich es mir vorgestellt, auf der Bank vor dem Haus und guckst dir die Welt an?“ Ich sage: „Wie soll ich denn gucken?“ Du sagst: „Erstaunt, nicht nur erschrocken.“ Ich sage: „Ich werde es versuchen.“